Kritik: Urbanatix
im RuhrCongress Bochum
Doch
als
der
Foyer-Sekt
getrunken
war
und
das
Licht
gedimmt
wurde,
hatte
ohnehin
jeder
nur
noch
Augen
für
das
knapp
zweistündige
wilde
Bühnengeschehen,
das
in
diesem
Jahr
ohne
Pause
auskam:
„urbanatix:
outa
space“
lautet
der
Titel
der
diesjährigen
Inszenierung
unter
der
Regie
von
Christian
Eggert,
bei
der
regionale
und
internationale
Ausnahmetalente
gemeinsam
auf
der
Bühne
in
Parkour,
Tanz,
Biking,
Musik,
Comedy
und
Artistik
performen.
Trotz
der
für
sich
stehenden
Einzelnummern
ist
es
durch
einen
durchgehenden
Erzählstrang
und
eine
Top
Choreografie
gelungen,
ein
Spektakel
wie
aus
einem
Guss
entstehen
zu
lassen.
Da
trübten
dann
auch
die
teils
etwas
hölzern
daherkommenden
Dialoge
der
beiden
Außerirdischen
die
Laune
kein
bisschen.
In
der
Show
wurde
vor
vollem
Haus
die
Geschichte
von
eben
diesen
zwei
Besuchern
aus
dem
Weltraum
–also
out
of
space–
erzählt,
die
sich
versehentlich
auf
die
urbanatix-Bühne
beamten.
Da
sie
dringend
auf
ihrem
Heimatplaneten
gebraucht
wurden,
suchten
sie
einen
Weg
zurück.
Wie
schön,
dass
das
Publikum
den
Außerirdischen
bei
ihren
Erlebnissen
mit
der
Urbanatix-Crew
zuschauen
durfte
und
schlussendlich
mithalf,
dass
die
beiden
wieder
ins
Weltall
zurückkehren
konnten.
Der
eigentliche
Abschied
der
beiden
von
der
Erde
geriet
dann
tatsächlich
etwas
abrupt
und
unspektakulär;
dafür
wurde
am
Schluss
noch
einmal mit einem schönen Showfinale gepunktet.
Urbanatix,
das
steht
auch
in
diesem
Jahr
für
ein
aufregendes,
multikünstlerisches
Spektakel,
das
auch
bei
„outa
space“
zeitgenössische
Artistik
mit
urbaner
Ästhetik
verschmolz
und
uns
beim
Premierenbesuch
mit
einer
fesselnden
Mischung aus Akrobatik, Humor und Musik in eine Welt voller Fantasie entführte.
Bereits
seit
über
15
Jahren
begeistert
das
Urbanatix-Team
jedes
Jahr
tausende
Besucher
im
Ruhrgebiet
und
verbindet
Streetart
aus
dem
Ruhrpott
mit
innovativer Weltklasse-Artistik.
Urbanatix
verfolgt
seit
seiner
Gründung
ein
On-
und
Off-Stage-Konzept,
das
darauf
abzielt,
das
kreative
Potenzial
der
urbanen
Bewegungskünstler
im
Ruhrgebiet
zu
fördern
und
diese
mit
weltweit
anerkannten
Ausnahmetalenten
der
Artistik-Szene
zusammenzubringen.
Im
Rahmen
dieses
Konzepts
entstand
das
OPEN
SPACE,
ein
öffentliches
Trainingszentrum,
das
talentierten
jungen
Bewegungs-Künstlern
der
Region
die
Möglichkeit
bietet,
kostenlos
zu
trainieren
und wertvolle Impulse von Szene-Profis zu erhalten.
Die
aktuelle
Show
setzte
diese
langjährige
Tradition
von
Urbanatix
fort,
außergewöhnliche
Künstler
und
Streetart
Disziplinen
zu
vereinen
und
bewies
unserem
Kritiker
und
dem
Publikum
erneut,
dass
die
Produktion
zu
den
innovativsten
der
Zunft
gehört
und
den
Machern
noch
lange
nicht
die
wilden
Ideen
ausgehen.
Wir
wurden
in
Bochum
Zeuge
eine
eindrucksvolle
Reise
durch
verschiedene
akrobatische
Disziplinen,
wobei
jede
einzelne
Darbietung
die
enorme
Bandbreite
an
Fähigkeiten
und
künstlerischen
Ausdrucksformen
der
Beteiligten widerspiegelte.
Das
Russian
Bar
Trio,
bestehend
aus
Pauline
Bonanni,
Benjamin
„Denne“
Wolgers
und
Connor
Houlihan
vom
Ensemble
Machine
de
Cirque,
lotete
die
Grenzen
der
artistischen
Kunst
neu
aus.
Die
„Russian
Bar“
–
eine
biegsame
Stange,
auf
der
Akrobaten
mit
atemberaubender
Geschwindigkeit
und
Präzision
durch
die
Luft
fliegen
–
wurde
hier
zu
einem
technisch
brillanten
Mittel
des
Geschichtenerzählens.
Aber
auch
die
anderen
Darbietungen
waren
nichts
weniger
als
spektakulär.
Henrike
Lechler,
Meisterin
der
Flying
Pole,
entführte
die
Zuschauer
in
eine
Welt
der
poetischen
Luftakrobatik
mit
viel
technischer
Finesse,
aber
auch
mit
einem
feinen
Gespür
für
leise
Töne.
Die
Möglichkeiten
der
Flying
Pole,
die
es
den
Akrobaten
ermöglicht,
sowohl
am
Boden
als
auch
in
der
Luft
zu
agieren,
wurde
von
Lechler
perfekt
genutzt:
Ein
faszinierendes
Zusammenspiel
von
Kraft,
Eleganz und Emotion.
Ein
weiteres
Highlight
war
die
Darbietung
von
Mikail
Karahan,
der
mit
seinem
Cyr
Wheel
und
einem
frisch
rekrutierten
Helfer
aus
dem
Publikum
die
Bühne
eroberte.
Karahan
begeisterte
das
Publikum
mit
seiner
bemerkenswerten
Fähigkeit,
den
Cyr-Reifen
nicht
nur
als
sportliches
Gerät,
sondern
als
künstlerisches
Medium
zu
nutzen.
Maxim
Laurin
und
Guillaume
Larouche
von
Machine
de
Cirque
setzten
in
ihrer
Darbietung
auf
dem
Teeterboard
(auch
Schleuderbrett
genannt)
ebenfalls
auf
Vollgas.
Guillaume
Larouche,
der
2018
seinen
Abschluss
an
der
École
Nationale
de
Cirque
in
Montréal
gemacht
hat,
zeigte
in
seinem
Solo-Act
mit
Gymnastikbällen
eine
außergewöhnliche
Kombination
von
Tricking
und
Akrobatik.
Larouche
brachte
eine
frische,
spielerische
Dynamik
auf
die
Bühne,
die
gleichzeitig
von
technischer
Präzision
und einer humorig-verspielten Lebendigkeit geprägt war.
Les
Beaux
Frères
–
Yohann
Trépanier
und
Raphaël
Dubé,
ein
Zirkus-Comedy-Duo
aus
Québec,
sorgte
mit
ihrem
humorvollen
und
akrobatischen
„Towel
Act“
für
Lacher
und
Staunen.
Ihre
Mischung
aus
Akrobatik,
Komik
und
Theater
kam
super
an
und
hätte
zweifelsohne
den
Publikumspreis
der
Show
gewonnen,
wenn
denn
ein solcher ausgelobt worden wäre.
Dazu
gab
es
gelungen
choreografierte
und
auf
den
Punkt
performte
Tanzeinlagen,
die
Ausnahmekünstlerin
Laura
Cammalleri
überzeugte
auch
in
diesem
Jahr
mit
großer
Stimme,
die
BMX-Freestyler
flogen
wild
und
tief
und
die
Parkourläufer
führten
unserem
Couch-Potatoe-Redakteur
wieder
einmal
lebhaft
vor
Augen,
was
man
mit
einem
trainierten
Körper
so
alles
anstellen
kann.
Ebenfalls
wieder
als
„Human
Beatbox“
dabei:
Der
außerirdische
Robeat,
der
amtierende Europameister im Beatboxen.
Die
Musik
von
Svea
Kirschmeier,
einer
Multi-Instrumentalistin
aus
Köln,
verlieh
der
Aufführung
auch
in
diesem
Jahr
eine
weitere
Dimension.
Mit
ihrem
Einsatz
von
Gesang
und
Saxophon
setzte
Kirschmeier
akustische
Akzente,
die
die
Bewegungen
der
Akrobaten
perfekt
unterstützten.
Für
den
richtigen
Sound
sorgte
zudem
-bereits
seit
2016-
die
Urbanatix-Band.
Auch
technisch
hatte
man
für
die
Shows
im
RuhrCongress
ordentlich
aufgefahren:
Neben
überragendem
Lichtdesign
und
einem
gelungenen
Bühnenbild
überzeugte
der
Sound
auch
unsere manchmal etwas überkritischen Kritikerohren restlos.
Insgesamt
bot
Urbanatix
auch
in
diesem
Jahr
eine
atemberaubende,
vielschichtige
Show,
die
alle
Erwartungen
übertraf;
manche
Streetart
–
Elemente
dürften
nach
unserem
Geschmack
etwas
roher
und
dreckiger
daherkommen,
aber
das
ist
meckern
auf
höchstem
Niveau.
Die
künstlerische
Vielfalt
und
die
technische
Klasse
der
Akteure,
kombiniert
mit
musikalischer
Vielfalt
und
der
erfreulich
kreativen,
weitgehend
kitschbefreiten
emotionalen
Tiefe,
machten
diesen
Abend
zu
einem
ungewöhnlichen,
überraschenden,
actiongeladenen
und
uneingeschränkt empfehlenswerten Erlebnis.
Vom
26.
bis
31.
Dezember
2025
ist
die
Inszenierung
in
diesem
Jahr
im
RuhrCongress
in
Bochum
zu
bestaunen.
Alle
nötigen
Infos
und
Tickets
gibt
es
hier:
https://urbanatix.de/
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